15. Hertener Crosslauf – kurz und knackig

15. Hertener CrosslaufAm 26.10.2014 war es mal wieder so weit. Die LA Spvgg Herten hat zum Crosslauf durch das Backumer Tal eingeladen. Mit einem Jahr Unterbrechung, wegen SOL sollte das meine dritte Teilnahme an der Langstrecke sein.

Die Anmeldung erfolgte recht formlos per eMail, wobei ich gesehen habe, es wäre auch online möglich gewesen. Nächstes Mal.

Dieser Lauf ist mir ein wenig ans Herz gewachsen, weil ich die familiäre Atmosphäre mag. Betrachtet man die Jedermann-Laufevents  – das soll keine Wertung sein! – sind dort viel mehr TeilnehmerInnen am Start. Als ich auf die Sportanlage kam, holte ich meine Startunterlagen im Wettkampfbüro ab und zahlte die 4,- EURO Startgebühr.

15. Hertener Crosslauf    15. Hertener Crosslauf

Es waren gerade die Läufe der Jugend im Gange. Ich nahm mir kurz Zeit, den Endspurt der Staffelläufer anzusehen. Das war richtig schnell, was das gelaufen wurde.

In der Kabine konnte ich mich umziehen. Das Wetter war mit 16° ideal, um diese Strecke in Kurz-Kurz zu laufen, also gesellten sich zu den Brooks Mach 15 (Spikes) die CEP Shorts und ein Brooks Infiniti Shirt. Soviel zur Austattung, den Rest musste ich selbst erledigen. Da ich recht spät zur Veranstaltung kam, habe ich mich direkt warmgelaufen. Bei Läufen ab 10km mache ich das eingentlich nicht, sondern nutze die ersten 2-3km, um warm zu werden. Bei diesem Crosslauf sollte man aber von vornherein warm sein, denn nach knapp 300m auf Asche geht es direkt mit einem knackigen Anstieg auf die Wiese. Das Wetter der letzten Tage hat dafür gesorgt, dass es diesmal wenigstens hier und da Matsch gab. Bei den letzten beiden Malen war es zwar kühl, aber ziemlich trocken. Da konnte man problemlos über die Wiese und die Finnenbahn rennen.

Dann ging alles recht schnell. Etwa 15 StarterInnen versammelten sich und der DLV Beauftragte kam mit der Startpistole über den Platz. Ob alle wüssten, wo es lang geht und wieviele Runden zu laufen sein, wollte er wissen. Alle bejahten das und er begann den Countdown. „Auf die Plätze … Fertig … Peng“

Da das Feld zu 80% aus Startern aus Leichtathletikvereinen bestand, verwunderte es nicht, dass ich mich recht früh auf einem der hinteren Plätze wiederfand. Allerdings waren viele der schnellen LäuferInnen in anderen Altersklassen. ich versuchte meinen Rythmus zu finden. Das ist nicht ganz so einfach, wenn die etwa 1400m lange Runde aus fünf mehr oder weniger langen Anstiegen besteht, vielen Kurven und unterschiedlichem Untergrund, der hier und da matschig war. Gegen den Untergrund hatte ich ja die Spikes, aber für meinen Puls musste ich mir zwei von den fünf Runden gönnen. Danach hatte ich ein Tempo, in dem ich gut laufen konnte.

Ich bemerkte relativ schnell, dass mir jemand dicht folgte. Drei Runden lang ging das Spiel so und erst am Ende dieser dritten Runde, als es wieder auf den Sportplatz ging, überholte er. Für mich der Zeitpunkt, dass ich mein Tempo gefunden habe, für meinen Verfolger der Zeitpunkt zu entscheiden, dass er schneller sein möchte … soll er! Von da an war es ein eher einsames Renne, da sich die schnellsten LäuferInnen schon deutlich nach vorne abgesetzt hatten und die langsameren waren deutlich hinter mir. Ich war aber mittlerweile auch genug mit mir beschäftig, als dass ich mich um die anderen kümmern wollte. Irgendwann auf der dritten Runde sah ich noch zwei Läufer aus dem damaligen SOL Team. Da ich die Siederehrung in einer der ersten Runden mitbekommen hatte, rief ich kurz meinen Glückwunsch rüber. Sie haben mich zum Glück erkannt und grüßten zurück. Schon war der Moment vorbei.

Okay, Start in die vierte Runde. Jetzt wurde es hart und jeder Anstieg wurde mit dem passenden Tempo bedacht. Ich hatte mich recht gut auf diesen Lauf vorbereitet und es musste wohl an der Tagesform liegen, dass ich mich nicht besser in den Lauf einfand. Ich kämpfte mich durch diese Runde und war recht froh, als ich das letzte Mal am Ziel vorbei lief. Der Veranstalter ließ es sich sogar nicht nehmen, für jeden Läufer / jede Läuferin die letzte Runde mit einer kleinen Glocke einzuleuten.

15. Hertener Crosslauf

Na dann, noch mal alle Körner zusammengekrazt. Der erste Anstieg war nur ein paar Meter lang, reichte aber, einem den Schwung aus dem Lauf zu nehmen. Auf einer Böschung ging es am höchsten Punkt der Strecke entlang, gefolgt von einem Trampelpfad durch ein Gebüsch. Hier musste man schon aufpassen, dass man nicht stolpert. Blätter und Zweige konnten ihren Teil dazu beitragen. Ein steiler Abhang mit einer knappen 90°-Rechtskurve und schon ging es wieder auf die Wiese mit dem langgezogenen Anstieg. Nett! Von hier aus ging es fast eben in einer großen Kurve über die Finnenbahn und dann wieder ein gutes Stück durch eine Schlangenkurve über die Wiese. Besonders in den Kurven auf der Wiese war der Boden aufgeweicht und ohne passende Schuhe nicht mit Tempo laufbar. Die Mach15 hielten, was sie als XC-Spikes (XC > Crosscountry) versprachen. Darum musste ich mich sicher nicht kümmern. Nach dieser kurzen Erholungspause ging es in einen langgezogenen Anstieg, bis auf einen kleinen Hügel. Jetzt musste ich nur noch einmal bergab um den letzten Anstieg anzugehen. Jetzt ging es wirklich an die letzten Kraftreserven – quasi dann, wenn die Tankanzeige nicht nur rot leuchtet, sondern auch schon ein Geräusch macht! Auch wenn es hart ist, weiß man doch, dass es irgendwann vorbei sein wird. Oben auf dem letzten Anstieg, befand sich auch das Tor, durch das man wieder ins Stadion läuft — war ich froh! Jetzt musste ich nur noch die etwa 300m im Stadion hinter mich bringen. Auf der flachen Strecke konnte ich nochmal ein wenig Tempo aufnehmen. Stoppuhr aus und gut is‘!

Ich gönnte mir erstmal zwei Becher warmen Zitronentee, den die Helfer freundlich reichten. Ein kurzes Gespräch mit anderen Teilnehmern – unter anderem meinem Verfolger bis Runde Drei – ergab, dass alle den Lauf gut fanden und mit dem Wetter und der Strecke zurecht gekommen sind. Dieser freundliche Smalltalk ist auch eine Sache, die ich an diesen kleinen Vernastaltungen liebe. Nach ein paar Minuten wollte ich dann doch aus den nassen Sachen und ging zur Umkleide.

Zwar ohne Sonne, aber bei ansonsten tollem Herbstwetter ging dann auch der 15. Hertener Crosslauf durchs Backumer Tal zuende. Nach der Siegerehrung machte ich mich sofort auf den Weg nach Hause. Schön war’s! Und für den vierten Durchgang werde ich mich sicher auf wieder anmelden. Später stieg meine Zufriedenheit noch mal ein wenig an, als ich in der Ergenisliste sah, dass ich meine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke ein wenig verbessern konnte. Es kommt nicht darauf an, aber schön ist es doch, wenn das Training etwas gebracht hat.

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