2. CityTrail Recklinghausen – überraschend und fordernd

20150912_citytrail_re_00Zum zweiten Mal hat Runners Point zum CityTrail in Recklinghausen eingeladen. Auch wenn die Wetteraussichten nicht so gut wie im letzten Jahr waren hat es sehr viele Laufende nicht von der Teilnahme abgehalten. Wie die zweite Auflage lief, lest ihr hier.

Wie im letzten Jahr wurden wieder zwei Strecken angeboten: der Short Trail mit etwa 2km und der Long Trail mit etwa 5km. Einen Bambinilauf gab es natürlich auch. Da es sich mehr um einen Spaßlauf handelt, sind die Strecken nicht DLV-Vermessen und auch nicht offiziell bestzeitenfähig. Trotzdem gibt es hinterher eine professionelle Auswertung (davengo-System) mit Urkunde, Bestenlisten gesamt und je Alterklasse und Geschlecht.

20150912_citytrail_re_02Im Teilnehmerpaket ist immer ein Shirt enthalten, welches in diesem Jahr nicht von Salomon kommt, sondern von RP selbst, da Salomon nicht mehr Hauptsponsor ist. Dann läuft halt die Mehrheit der Laufenden diesmal nicht mir roten Shirts, sondern mit RP tükisfarbenen – die Leute hat es nicht gestört!

Vor dem Lauf

20150912_citytrail_re_01Da ich meine Nichte dazu angestiftet habe, am Short Trail teilzunehmen, hab ich mich mit ihr vor dem Lauf verabredet. So konnte ich ein wenig beim Abholen der Startunterlagen helfen und noch auf ein oder zwei Sachen hinweisen. Da sie gemeinsam mit einer Freundin laufen wollte, war es kein Problem, dass ich den Long Trail bestreiten wollte. Die Startnummernausgabe war wieder gut organisiert und das Abholen schnell erledigt.

20150912_citytrail_re_05Bis zum Start des Short Trail war es noch etwas Zeit und zwischenzeitlich sah es so aus, als wenn es zu regnen beginnen wollte. Aber mehr als ein paar vereinzelte Regentropfen wurden es dann doch nicht.

Pünktlich um 18:00 Uhr startete der Short Trail, nachdem die Bambinis bereits um 17:45 ihre Runde um den Rathausplatz in Recklinghausen gedreht hatten. Das Feld der Laufenden war überschaubar und ich konnte meine Nichte in der ersten Kurve sehen, wie die hochkonzentriert in der Mege lief.

20150912_citytrail_re_04Der Erstplatzierte (vom TUS 09 Oer-Erkenschwick) kam nach knapp über 8 Minuten ins Ziel. Er sah allerdings nicht sonderlich angestrengt aus konnte mir seiner Zeit aber den Streckenrekord von der Premiere 2014 um 9 Sekunden verbessern.

Nach etwa 13 Minuten war der Short Trail auch für meine Nichte gegessen und sie sagte später zu mir, dass er doch deutlich welliger war als ihre Trainingsstrecke und mit Treppen gespickt war. Nun ja, es handelte sich dem Namen nach ja um einen Trail und da kann so was schon mal vorkommen. Zumindest hat es ihr Spaß gemacht und sie und ihre Freundin sind gesund ins Ziel gekommen.

20150912_citytrail_re_03Nach knapp 19 Minuten war der Short Trail zuende und die Laufenden zum Long Trail nahmen langsam Aufstellung. Da ich profimäßig meine TomTom zuhause hab liegen lassen, übergab ich noch schnell den Brustgurt an meinen Schwager, der am Rand des Startbereichs stand. Wir unterhielten uns noch kurz, bevor Tabitha Bühne wieder die Menge zu einem kurzen Aufwärmprogramm animierte. Macht ihr mal…

Der Lauf

In den letzten 10 Sekunden vor dem Start startete ich als Notbehelf zur Zeitmessung Endomondo auf dem Smartphone … Smartphone in die Armtasche … 3 … 2 … 1 … Startschuß!

20150912_citytrail_re_06Das Feld kam nur langsam in Trab. Ein wenig ärgerte ich mich, dass ich meinem Bekannten nicht gefolgt bin, der vor dem Start im Block an mit vorbeiging und sagte, er käme dort vorne besser weg. Es geht hier nicht um Medaillien und Preisgelder, aber trotzdem startet es sich entspannter, wenn man nicht knapp 300m braucht, um seine zeit laufen zu können. Es ist halt ein Spaßlauf.

Der Beginn der Strecke wurde, im Vergleich zu 2014, nicht verändert. Um den Rathausplatz herum, über den Kaiserwall bis zur Löhrgasse und rein in die City. Von hier aus ging es bereits immer wieder leicht bergauf über den Altstadtmarkt, über den Kirchplatz und weiter bis zum Kriegsdenkmal. Bis hierher warteten einige spitze Kurven und Treppen auf uns. Die wurden auch auf dem Short Trail gelaufen.

Hinter dem Denkmal trennte sich die Streckenführung für den Long Trail und es ging weiter raus Richtung Stadtgarten und Festspielhaus. Jetzt muss man aber wissen, dass das Festspielhaus etwa 30m höher gelegen ist, als der Start. Um diesen Höhenunterschied möglichst effektiv zu überwinden, wurden in den Streckenverlauf eine verfluchte Treppe und ein paar oberschenkeltötende Böschungen (geschätzte 4m) eingebaut. Sehr zum Leidwesen der meisten Laufenden. Ich habe mich darauf eingestellt, da ich den Streckenverlauf aus dem letzten Jahr noch kannte. Ganz ohne Spuren würden die Böschungen aber trotzdem nicht bleiben.

Nachdem ich ich mich endlich etwas freilaufen konnte, habe ich eine große Menge an Laufenden überholen können, fühlte mich aber gar nicht so schnell. Nun ja, ich hatte wegen der vergessenen TomTom keine andere Kontrolle als mein Gefühl für den Puls. Daran hielt ich mich und es klappte bisher ganz gut. Jetzt kam die erwähnte Treppe und hier zog sich das Feld noch etwas mehr auseinander, da einige hier gehen mussten. Ich übertrieb es hier aber auch nicht, da das erst der erste ernstzunehmende Anstieg war.

An die Treppe schloß sich eine lange gerade Straße an, die gnadenlos Anstieg. Zwar nicht stark, aber man konnte es gut erkennen. Das ist für viele Leute so ein mentales Ding. Für die Laufenden war eine Spur der Straße gesperrt, da ich aber keine Lust auf ZickZack-Laufen hatte, lief ich neben den Absperrhütchen und konnte so schön gleichmäßig in meinem Tempo an sehr vielen Leuten vorbei laufen.

Dann bog die Strecke links ab in den Stadtpark und es ging das erste Mal richtig bergrunter. Etwa 50m folgte die Strecke dem Parkweg und bog dann scharf rechts ab, die erste Böschung herunter. Wie gesagt: die Böschungen hatten etwa 45° Gefälle und cirka 4m Höhenunterschied. Da muss man schon aufpassen und ich war froh, dass es vorher nicht geregnet hatte. Die Böschung runter schonte ich mich und meine Schuhe nicht und verlangte den Salming Trail1 alles an Grip ab, was sie auf diesen Boden zu bieten hatten.

Keine Zeit zu verschnaufen: es ging auf der anderen Seite der Böschung – man überquerte lediglich einen Weg – direkt wieder hoch! Ein Seil lag dort bereit, an dem man sich hochziehen konnte. Hier brauchte ich es aber noch nicht und nahm die Böschung lieber mit kleinen Schritten. Trotz des losen Material und des losgetretenen Bodens ging das erstaunlich gut. Kein Wegrutschen. Danke!

Oben angekommen musste ich allerdings erst einmal wieder meinen Puls ein wenig einfangen. Wir befanden uns jetzt auf der Wiese an der Rückseite des Festspielhauses. Hier gönnte man uns ein paar Meter auf der Wiese zu laufen, um dann an einer Brücke, wieder die Böschung runter nehmen zu dürfen. Hier ging es aber nicht über Erdreich, sondern über die gepflasterte Böschung der Brücke. Ich vertraute bergab auf meine Schuhe und hoffte nicht auszurutschen. Mit recht großen Schritten gelangte ich zügig an den tiefsten Punkt der Böschung und nahm den Schwung mit, um auf der anderen Seite wieder hochzukommen.

Oben angekommen mussten wir oberhalb der Böschung durch die Sträucher laufen. Ja, auch das gehört zu einem Trail. Der Weg hatte die Breite eines Singletrails, also ein Laufender hinter dem anderen. Einige versuchten zwar unterhalb zu laufen, um zu überholen. Der Boden war dort aber sehr locker und ich denke, das kostete Unmengen an Kraft. Vor mir blieb eine Läuferin mit dem Shirt an einem Ast hängen. Ich konnte nich schnell genug reagiern und lieg natürlich voll auf. Nach einer kurzen Entschuldigung – auch ihrerseits – ging es aber gleich weiter. Böschung Nummer 3 wartete schon.

Zum dritten Mal ging es die Böschung herunter. Auf der anderen Seite nahm ich aber das Seil zur Hilfe, da diese Böschung doch stärker anstieg als die vorherigen – so kam es mir zumindest vor.

Jetzt waren wir auf der Seite des Festspielhauses, auf die ich gewartet habe. hier war nämlich der höchste Punkt der Strecke. Von hier aus ging es jetzt in großen Schlenkern am Verpflegungspunkt (km 2,5) vorbei über die Wiesen des Stadtparks. Hier und da ein Treppe, die ich im Sprung nahm – für Anderes war keine Zeit.

Jetzt kam eine Neuerung auf der Strecke – meine ich zumindest. Wir bogen links vom Weg ab und die Strecke führte uns durch das Gebüsch zur vieren Böschung. Die hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, sofern wir sie letztes Jahr schon gelaufen sind. Meine GPS-Aufzeichnung vom letzten Jahr zeigt aber einen geraden Verlauf der Strecke durch den Park bis zur Straße. Sei’s drum.

Von hier an ging es erst mal ein kurzes Stück mit Gefälle, um dann wieder in einen Anstieg zu wechseln. Sollte es nicht ab hier nur noch Gefälle geben? Immerhin waren über drei Kilometer geschafft.

Nach dem Anstieg ging es aber in großen Schritten wieder auf die City zu. Über den Kurfürstendamm in den Willy-Brandt-Park mit schmalen Wegen und vielen Kurven. Danach waren wir schon fast wieder am Altstadtmark. Bis hierhin ging es das letzte Mal leicht bergauf. Hier zeigte sich, wer noch Reserven hatte und wer schon auf den ersten Kilometern alles verspielt hatte.

Ab dem Altstadtmarkt fand ich wieder in einen gleichmäßigen Laufrythmus und konnte auf den letzten 600m noch ein oder zwei Laufende schnappen – wobei das Feld hier sehr dünn war. Die meisten Laufenden habe ich im Stadtpark hinter mich gelassen.

Noch einmal den Königswall überqueren und in den Zielkanal am Rathausplatz laufen. Die letzten Meter applaudierte das Publimkum für alle Laufenden und die Stimmung war gut. Auf der offiziellen Zieluhr sah ich irgendwas von 45:xx. Die letzten Schritte … durch den Zielbogen … Tempo rausnehmen, fertig! Da fehlt doch das Stoppen der Uhr bzw. Endomondo! Richtig! Absolut vergessen!

Ich holte mir noch kurz die Teilnehmermedaille ab und ging dann in den Bereich für die Laufenden, wo Fassbrause und andere Getränke warteten.

Nach dem Lauf

Hier sprach ich noch kurz mit Markus Stucke, der damals mit mir beim Projekt Speed Of Light Ruhr mitwirkte. Ich machte mich auf den Weg zu meinen Verwandten, die netterweise auf mich gewartet hatten.

20150912_citytrail_re_07Allerdings fing es gegen 19:00 ziemlich stark an zu regnen, was ich für die noch knapp 400 fehlenden Laufenden schade fand. Letztes Jahr war es so tolles Wetter und dieses Jahr sollten sie im Regen hier durchs Ziel. Das hinterlässt eine nicht so positive Erinnerung.

Also machte ichm ich auf den Weg zum Auto, zog mir ein trockenes Shirt an und machte mich auf den Heimweg.

Fazit

Sicherlich ist ein Marathon oder eine noch längere Strecke eine große Herausforderung. Wenn man einen solchen 5km-Trail oder auch einen Crosslauf (der kommt wieder im November) nicht nur aus Spaß läuft, dann fordert der einem auch Einiges ab. Vor Allem hat man echt ein Problem, auf dieser kurzen Distanz noch Fehler vom Start des Laufs auszugleichen.

Es hat aber wieder sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass die dritte Auflage im kommenden Jahr stattfinden wird. Die Streckenführung ist nicht langweilig und überrascht immer wieder mit netten Einlagen, wie Treppen, Böschungen, Gebüschen und knackigen Kurven. Die Absperrung der Strecke war perfekt und die Anwohner, die an der Strecke standen, hatten für jeden Läufer ein wenig Applaus übrig.

 

20150912_re-citytrail_materialFür die Statistik: nach exakt 25 Minuten war ich dieses Mal im Ziel. Ich habe diesmal weder Cappy noch Sonnenbrille tragen müssen, das Shirt war das Running Short Sleeve von Salming, die Socken und die Sleeves, sowie die Run Tight waren von CEP, als Schuh kam der Trail 1 von Salming zum Einsatz, eine GPS-Pulsuhr habe ich leider zuhause vergessen. 🙁

 

 

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