CityTrail Recklinghausen – die unerwartete Premiere

1. CityTrail Recklinghausen 2014Darüber sind sich vermutlich alle Starter des Longtrail beim ersten CityTrail in  Recklinghausen einig: die Premiere hatte so keiner erwartet. Bei bestem Wetter und guter Laune ging es für die TeilnehmerInnen dieses ersten Laufes auf die Strecke. Ein Trail durch die City? Vor dem Lauf waren sicher viele skeptisch. Und wie sieht es nach dem Lauf aus? [B]

Vor dem Lauf

Etwa im Mai 2014 hört ich zum ersten Mal davon, dass in Recklinghausen ein solcher Lauf von Runners Point in Zusammenarbeit mit Salomon geplant würde. Da ich im September noch nichts Anderes geplant hatte, meldete ich mich einfach mal an. Ich war natürlich neugierig, wie ein solcher Lauf funktionieren könnte. Da versucht ein Veranstalter einen Trail, der ja üblicherweise OffRoad verläuft, durch eine Ruhrgebeats-Stadt zu führen. Man konnte vorab zwar einige skeptische Stimmen vernehmen, aber die Mehrheit schien sich doch auf den Lauf zu freuen. Auch sind solche Trails eigentlich länger als 5km, bzw. 2km für die kurze Distanz.

Ich hatte diesmal keine Zeit, die Strecke zuvor abzulaufen oder abzufahren. Außerdem hatte ich mich ja noch auf den Halbmarathon in Bochum, eine Woche früher, vorzubereiten. Also verließ ich mich in erster Linie darauf, dass ich Anstiege und schnelles Tempo sowieso fester Bestandteil meines Trainings sind. Natürlich habe ich mir die vielen Infos im Netz angesehen und versucht aus dem Streckenplan etwas zu erkennne. Letztendlich landete ich aber bei der Strategie: „Alles was geht!“

Am Veranstaltungstag habe ich mir dann im Laufe des Tages meine Sachen zurecht gelegt und alles in Ruhe gepackt bzw. angezogen. Nach langer Überlegung habe ich mich für den New Balance FF Trail 980 als Schuh entschieden und nicht den Brooks Pure Grit2 genommen. Eigentlich hätte es der Brooks sein sollen, da er deutlich leichter ist, aber den 980er habe ich gerade im Test und wollte ihm einfach unter Wettkampfbedingungen einsetzen.

1. CityTrail Recklinghausen 2014Diesmal konnte ich weder Startnummer noch Zeitmess-Chip vergessen, da ich Beides erst kurz vor dem Rennen im Rathaus Recklinghausen abholte. Die Parksplatzsuche funktionierte selbst um 17:45 Uhr noch auf Anhieb. Ich weiß aber nicht, wie es mit den freien Parkplätzen aussieht, wenn im kommenden Jahr die Teilnehmerzahl deutlich steigen sollte. Auf dem Rathausplatz war der Start/Ziel-Bereich. Hier herrschte nicht zuletzt wegen des guten Wetters eine tolle Stimmung. Hoffentlich würde diese Stimmung auch gleich auf der Strecke zu finden sein. Die Ausgabe der Startunterlagen funktionierte perfekt organisiert und auch das Abholen des Event-Shirts lief reibungslos. Dafür schon Mal beide Daumen hoch.

1. CityTrail Recklinghausen 2014Auf dem Rathausplatz lief gerade der Short Trail, als ich noch mal kurz zum Auto ging, um das Shirt und die übrigen Startunterlagen loszuwerden. Es war noch genügend Zeit. Zur Zeitmessung setzte man auf das EasyChip-System von Davengo, welches sich ganz leicht in eines der Schuhbänder einfädeln lässt. Es handelt sich hierbei um einen Einmal-Chip.

Als ich wieder am Rathaus ankam, machte ich ein paar Bilder und habe mich dann mit ein paar kurzen Antritten und ein wenig dynamischem Stretchen aufgewärmt. Im Unterschied zum 10er oder längeren Distanzen, hat man bei einem 5km-Lauf nicht wirklich viel Zeit, um in seinen Lauf zu finden. Mit dem angepeilten Tempo würde ich nach 25-30 Minuten im Ziel sein. Also diesmal echtes Aufwärmen. Schon alleine, um Verletzungen der kalten Muskulatur vorzubeugen.

1. CityTrail Recklinghausen 2014Der Short Trail über 2km wurde auch vom letzten Teilnehmer pünktlich abgeschlossen und so langsam füllte sich der Startbereich für den Long Trail. Der Moderator und ein Vertreter von Salomon erzählten kurz etwas zur Motivation ein solches Event ins Leben zu rufen und man hatte sogar eine Sportlerin auf der Bühne, die ein kurzes Aufwärmprogramm mit den LäuferInnen durchführen wollte. Sie merkte allerdings recht schnell, dass im Startblock kaum Platz war und beließ es lachend bei den nach oben gestreckten Armen. Die Stimmung hätte kaum besser sein können – ernsthaft.

1. CityTrail Recklinghausen 2014    1. CityTrail Recklinghausen 2014    1. CityTrail Recklinghausen 2014

Der Lauf

1. CityTrail Recklinghausen 2014Pünktlich wurde der Countdown gestartet und alle zählten mit. Jeder war gespannt, was uns auf den 5km erwarten würde. Und dann fiel endlich der Startschuß! Ich hatte diesmal versucht recht weit nach vorne zu kommen und konnte mit wenig Verzögerung nach dem Startschuß loslaufen.

Als wir vom Rathausplatz runter waren, ging es zunächst in die Recklinghäuser Innenstadt, mit ihren zahlreichen kleinen Gassen. Man konnte hier nur kurzzeitig Tempo aufnehmen, das es schon bald wieder um eine Ecke ging. Die Gassen waren recht schmal, aber immerhin so breit, dass man immer wieder eine Stelle finden konnte, um zu überholen. Auf dem Altstadtmarkt ging es vorbei an vielen Zuschauern, die entspannt in den Straßencafes saßen.

Etwa bei nach einem Kilometer habe sich die Veranstalter dann den ersten Spaß erlaubt. Am Kriegerdenkmal am Lohrtor gibt es einen kleine Rosengarten, der mit Säulen versehen ist, die etwa einen Meter auseinander stehen. Diese musste man in Schlangenlinien durchlaufen. Ein spaßiges Element, dass niemanden vor ernsthafte Probleme stellen sollte.

Dann ging es weiter Richtung Cäcilienhöhe. Allerdings per „Abkürzung“ über die Treppen am Plantenbergweg. Die angekündigten „Treppe der Himmelsstürmer“ mit zahllosen Stufen hatten es zwar in sich, aber wer einigermaßen geübt ist im Treppenlaufen, sollte hier keine zu großen Probleme haben. Danach ging es leicht bergauf Richung Ruhrfestspielhaus.

Ab hier kann ich nur noch wage wiedergeben, was in diesem Stadtpark auf uns wartete. Es war Spaß und es war anspruchsvoll. Böschungen mussten heruntergelaufen werden, andere wieder hinauf. Teilweise wurden Seile als Kletterhilfen angeboten. Alle wichtigen Stellen waren mit Schildern markiert. An einer Fußgängerbrücke musste die gepflasterte Böschung von knapp 4 Meter sowohl hinunter als auch hinauf bewältigt werden – nur gut, dass es nicht geregnet hatte! Durch das ganze Bergauf und Bergab wagte ich mich gar nicht mehr auf meinen Puls zu schauen. Mir ging es einigermaßen gut und ich nutzte die etwas flacheren Passagen, um Atmung und Puls wieder zu kontrollieren, soweit das ging. Ich habe öfter am 175er Puls gekratzt als ich wollte! Der NB FF 980 Trail hat mich aber während des Laufs sehr gut unterstützt. Trotz des recht hohen Gewichts – im Vergleich zu den Schuhen, die ich sonst laufe – fehlte es auf Asphalt nicht an Dynamik und an den Böschungen bin ich nicht ein einziges Mal weggerutscht oder unsicher gelaufen.

Insgesamt hatte ich wohl ein wenig Glück, dass ich in einem Teil des Starterfeldes unterwegs war, das nicht so stark besetzt war. Ich hörte später nämlich, dass es hier und da zu Staus kam, weil einfach zu wenig LäuferInnen die engen Stellen gleichzeitig passieren konnten.

Irgendwie kamen wir auf der perfekt markierten Strecke dann am Festspielhaus raus. Auch wenn es von der Streckenführung her noch nicht der höchste Punkt war, ging es nur noch leicht bergauf und hauptsächlich über Wiese. Rund um das Schauspielhaus fanden sich auch wieder ein paar Zuschauer, die jeden anfeuerten, der es bis hierher geschafft hatte. Auf der anderen Seite des Gebäudes war km 3 und damit auch die Verpflegungsstation. Bei 5km kann ich normalerweise auf Trinken verzichten. In diesem Fall schnappte ich mir aber einen Becher, trank einen Schluck und schüttete mir den Rest über den Kopf.

Ab hier hatte die Strecke fast ausschließlich Gefälle. Zunächst auf den Wiesen im Stadtpark. Der Boden war weich und hier und da uneben. Trotzdem konnte man das hohe Tempo gut halten. Als wir wieder aus dem Park heraus waren, ging es zunächst über zwei lange Geraden wieder in den Bereich der Fußgängerzone. Mit einem kurzen Anstieg ging es dann nochmal über den Altstadtmarkt und auf selber Strecke, wie am Anfang wieder zum Ziel. Die Musik und der Applaus wurde merklich lauter und wir näherten uns dem Rathausplatz. Noch schnell den Kaiserwall überqueren und auf die Zielgerade einbiegen. Bei dieser Distanz ist am Ende immer noch so viel Energie übrig, dass man einen kleinen Zielspurt für die Zuschauer einlegen kann. Diese quittierten den Einsatz von mir und den anderen LäuferInnen mit viel Applaus.

Nach dem Lauf

1. CityTrail Recklinghausen 2014Bei herrlichem Sonnenschein und guter Laune von Aktiven und Zuschauern überquere ich die Ziellinie. Uhr stoppen. Tempo rausnehmen. Fertig! Ein paar Schritte gehen. Teilnehmermedaille umhängen lassen. Und wieder ein paar Minuten gehen, um dem Körper zu zeigen, dass der Lauf rum ist. Ich gehe ein paar Meter den Streckenstart entlang und freue mich wieder einmal verletzungsfrei und zufrieden ins Ziel gekommen zu sein. Recht schnell ist der Puls wieder dort, wo er hingehört und ich gehe in den Teilnehmerbereich im Ziel. hier wird Wasser und Obst gereicht. Leider kein Wasser ohne Kohlensäure oder etwas vergleichbares. An einem anderen Stand bekommt man Fassbrause, von der ich später noch eine Flasche trinke. Auch hier, wie in Bochum, sehe ich einen Speed Of Light Läufer und mit einem Weiteren unterhalte ich mich sogar ein paar Minuten. Es ist immer wieder schön, bekannte Gesichter zu sehen und mit den Leuten sprechen zu können.

1. CityTrail Recklinghausen 2014    1. CityTrail Recklinghausen 2014    1. CityTrail Recklinghausen 2014

In den Gesprächsfetzen anderen TeilnehmerInnen meine ich mitzubekommen, dass keine ein solche Strecke erwartet hat. Allerdings hat es wohl allen Spaß gemacht. Ich kann nur die Bilderstrecke von Runner’s World empfehlen, um sich einen Eindruck zu machen. ich hoffe, ich kann noch Bilder von der Strecke finden. Viele Fotografen waren auf jeden Fall unterwegs.

Meine Meinung

1. CityTrail Recklinghausen 2014Man kann sich nur schwer vorstellen, wie ein solcher Lauf in einer Stadt funktionieren kann, aber hier ist es in meinen Augen sehr gut gelungen. Es gehört natürlich als Veranstalter ein gute Portion Mut dazu, ein solches Event durchzuführen. An vielen Ecken lauern Stellen, an den man sich mehr oder weniger ernst verletzen kann. Wenn man bei einem CityTrail aber zu zaghaft ist, wird das schnell langweilig und die TeilnehmerInnen haben kein Interesse, noch mal teilzunehmen. Ganz anders hier in Recklinghausen! Stadtlauf gemischt mit krassem Cross bzw. Trail sorgte für eine kurzweilige Strecke. Auf der Langdistanz wurde Einiges gefordert, aber so weit ich mitbekommen habe, sind alle heile ins Ziel gekommen. Bei manchen reinen Straßenläufen geht es da doch schlimmer zu.

Ich bin froh, dass ich mir diese Premiere gegönnt habe und hoffe, dass sie im kommenden Jahr wiederholt wird. Viele Dank an Recklinghausen rennt, Runners Point und Salomon für dieses tolle Event.

 

Für die Statistik: mit 23:41 Minuten lag ich deutlich über meiner 5km Zeit, was bei der Strecke aber kein Wunder war. An den Füßen hatte ich die New Balance Fresh Foam 980 Trail, welche einen beeindruckenden Grip an den Böschungen hatten und ausreichend Dynamik, um auf Asphalt gelaufen zu werden. Von CEP kamen die Run Socks 2.0 un die Shorts. Mal wieder hat sich für mich gezeigt, dass Kompressionskleidung doch was kann. Das Shirt war von New Balance und kam angenehm und locker leicht daher. Die TomTom Cardio hat mal wieder zuverlässig für das Logging gesorgt und gegen die Sonne habe ich meine 720armor Dart im Einsatz gehabt.

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