Formentera – Landschaftlich – Teil 1

Formentera 2014Im Oktober wechselte ich mein Laufrevier für eine Woche auf die Insel Formetera. Wir waren als Familie auf der Suche nach einem Kompromiss zwischen Strandurlaub und entspannter Erholung. Von Spanien war uns bisher nur Mallorca bekannt, was im Westen z. B. bei Canyamel auch seine schönen und ruhigeren Seiten hat. Irgendwie hörten wir dann von der ehemaligen Hippie-Insel südlich von Ibiza. Schnell waren die Unterkunft und Flüge gebucht. In diesem ersten Teil geht’s erstmal um die Insel als solches.

Los ging es am späten Nachmittag mit dem Flieger Richtung Ibiza. In knapp zweieinhalb Stunden ist man von Düsseldorf nach Ibiza geflogen. Wir landeten dort bei angenehmen 24° … für Oktober kann man das schon mal gelten lassen. Uns fiel direkt auf, dass es zwar warm war, die Luftfeuchtigkeit aber nicht so hoch war, wie auf Mallorca im Sommer. Mit dem Linienbus ging es zum Hafen, was auch sehr gut klappte. Man fährt hierbei mitten durch Ibiza City, was unsere Pläne umwarf, am letzten Tag noch ein paar Stunden dort zu verbringen. Rund um den Hafen ist auch um diese Jahreszeit noch sehr viel los. Das wollten wir dann mit Koffern und Handgepäck nicht machen. Also entschlossen wir schon mal vorab, lieber eine spätere Fähre am letzten Tag zu nehmen.

Wir kamen im Dunkeln am Hafen an und die Fähre (Jet Ferry) setzte um 21:15 innerhalb von 30 Minuten nach Formentera über. Die Überfahrt war recht wellig und bei der hohen Geschwindigkeit der Fähre konnte man den Seegang gut spüren. War aber kein Problem. Am Hafen auf Formentera haben wir noch kurz auf den Vermieter gewartet, der uns mit seinem „Defender“ zum Haus brachte. Nach dem Beziehen der Zimmer und einem kurzen Abendessen war der erste Tag rum.

Am Morgen waren wir natürlich gespannt, was uns die Insel zu bieten hatte. Als Erstes mieteten wir über einen Freund unseres Vermieters Fahrräder, da wir uns vorgenommen hatten, ohne Auto auszukommen. Während der Reisevorbereitung habe ich gesehen, dass die Insel recht überschaubar ist. Vom Westen aus, wo unser Haus lag, konnte man den Strand und die Stadt Sant Francesc in weniger als 15 Minuten erreichen. Viele andere Orte lagen ebenfalls in erreichbarer Nähe. Da konnte man sich das Geld für das Auto sparen.

Fun at the beaches

Formentera - Weg zur Cala Saona

Formentera – Weg zur Cala Saona

Danach ging es erst mal zum Strand, in unserem Fall die Cala Saona. Eine kleine Bucht mit etwa 100m Breite und einem etwa ebenso tiefen Strand aus feinem Sand. Auch wenn die Lufttemperaturen im Oktober nur zwischen 23° und 27° liegen, ist das Wasser immer noch wärmer als in der Nordsee im Sommer. Genau das wollten wir in diesem Urlaub aber heraus finden. Wie warm ist es noch, wieviel Sonne bekommt man und kann man noch im Wasser schwimmen? Lufttemperatur gut, Sonne voll da. Wasser? Deutlich kühler als auf Mallorca im Sommer, aber wenn man erst mal drin war, war es angenehm warm. In den ersten Tagen zeigte sich das Wasser wenig aufgeregt, also war es auch klar und hatte diese karibische Färbung, die man auf den Bildern im Prospekt sieht. Einfach einladend.

Formentera 2014Links und rechts hat man Felsen, die mit ihrer rötlichen Färbung einen tollen Kontrast zum Meer bilden. In nördlicher Richtung kann man bei normalem Wetter die südwestlichen Ausläufer von Ibiza erkennen. Das zeigt auch noch mal die Nähe zu Ibiza. Am meerabgewandten Ende der Bucht steht auf der einen Seite genau eine niedrige Hotelanlage (Hotel Cala Saona), die nicht weiter ins Auge fällt. Auf der anderen Seite ist ein kleines Strandrestaurant (Restaurant Chacala). Am Strand selbst gibt es zwei kleine Strandbars (Quioscos Ribas), von denen eine (Restaurante Sol) saisonbedingt nicht mehr geöffnet hatte.

Formentera 2014    Formentera 2014    Formentera 2014

Das hat sicher seine Berechtigung, denn der Strand ist an keinem unserer Urlaubstage wirklich gefüllt. Teilweise sind wir bei bestem Wetter nahezu alleine im Wasser. Etwa zur Mitte unseres Aufenthaltes wird es merklich windiger, was für die Jahreszeit normal ist, und wir bekommen eine genial Brandung. Welle hinter Welle und viele höher als unsere Köpfe. Wer auf solche Strandaction steht ist hier genau richtig. Und wir stehen absolut darauf. Nach den Wellen sucht man im Sommer vergeblich. Dafür findet man hier heißen Sand, volle Strände und glattes, karibisches Wasser. An den weniger windigen Tagen ist das Wasser zwar nicht kristallklar, aber wir können super schnorcheln. An den Felsen am Rand der Bucht kann man viele große und kleine Fische sehen.

Um zu einem anderen großen Strandgebiet zu gelangen, namens Illetes, mussten wir mit dem Fahrrad ganz in den Norden der Insel. Nach etwa 8km gelangt man auf eine langgestreckte Landzunge von 500 bis knapp 100m Breite, die auf beiden Seiten mit verschiedenen Badestränden zum Schwimmen einlädt.

Formentera 2014    Formentera 2014

Hierhin kann man auch mit dem Auto und sogar mit dem Bus gelangen. Das Fahrrad und der sehr weit verbreitete Motorroller sind aber ebenso möglich. Die Strände sind hier eher schmal, was aber den Vorteil hat, dass man nicht viele Leute vor sich liegen hat. Im Sommer kann es hier bestimmt ganz schön voll werden, da auch viele Tagesausflügler von Ibiza hier landen, aber im Herbst ist das alles vollkommen entspannt. Man kann sich den Platz aussuchen. Feiner Sand und dünn bewachsene Dünen, die übrigens geschützt sind, bilden das Bild hier. Das Wasser ist lange Zeit flach und man kann die Brandung bequem im brusttiefen Wasser genießen.

Authentischer Flair

Auf dem Weg zum Strand konnten wir einen kleinen Eindruck der Pflanzen auf der Insel gewinnen. Im Grunde ähnelt das Bild stark dem auf Mallorca. Mich wunderte allerdings, dass es grüner aussah, als Canyamel im August. Die Pinien sahen noch klasse aus und Formentera 2014die Felder waren keineswegs verdörrt. Die Felder der Bauern waren durch die inseltypischen Mauern aus Findlingen abgegrenzt. Hier und da sah man aber auch moderne Zäune. Auf den Feldern findet man Schafe, die am Mittag unter den Obstbäumen Schatten suchen und ansonsten ein paar Oliven oder Feigen. An der Bebauung der Insel kann man erkennen, dass der Tourismus im großen Stil die Insel noch nicht erreicht hat. Ich bin mir sicher, dass sich hier in den nächsten Jahren noch etwas ändern wird.

Formentera 2014In der Häufigkeit, wie man in Deutschland die gemeine Wegschnecke findet, laufen einem hier auf Formentera die kleinen Pityusen-Eidechsen über den Weg. Smaragdgrün bis Blau und etwa 10-15cm lang. Normalerweise flüchten die Kleinen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Aber in Strandnähe gibt es auch schon mal ein paar zutrauliche Exemplare. Die haben das Brot zwar nicht gegessen, aber immerhin interessiert gezüngelt. Für Stadtkinder auf jeden Fall immer ein großartiges Erlebnis.

Kleine Häuser, verstreut zwischen den Feldern. Im Stadtzentrum von Sant Francesc sind auch nur beschauliche Häuser zu finden. Der typische mediterrane Stil gibt der Stadt ihr Gesicht. Die Gassen in der Innenstadt sind Fußgängerzone und supersauber.

Formentera 2014    Formentera 2014

Formentera 2014    Formentera 2014

Geschäfte, die auf Touristen abzielen sind natürlich zu finden, aber alles noch im Rahmen. Rund um die Kirche findet man einige Straßencafes, die selbst zu dieser Formentera 2014Jahreszeit noch gut besucht sind. Die Besucher der Insel haben ihr das authentische und hippie-mäßige der frühen Jahre des Tourismus auf Formentera nicht genommen, sondern in vielen Zügen bewahrt. Man findet in den Straßen keine Hektik und die Leute, ob Inselbewohner oder Besucher, gehen entspannt miteinander um. Man meint, an vielen Stellen den Aussteigergeist geradezu fühlen zu können. Und so verwundert es nicht, dass man hier und da auf deutsche Geschäftsleute trifft, die schon seit vielen Jahren auf der Insel sind.

Für den Alltag als Selbstversorger findet man in Sant Francesc entweder kleine Geschäfte die man mit den Tante Emma Läden aus unserer Region vergleichen könnte, Formentera 2014kleine und mittelgroße Supermärkte und den Eroski-Markt. Der ist zwar nicht so gerne bei den Bewohnern gesehen, aber mal ehrlich: mit einer fünfköpfigen Familie hört irgendwann der Spaß an der Idylle auf. Mag man sich dem Glauben hingeben, dann gibt es in den kleinen Läden frisches Gemüse, Fisch und Fleisch aus der Region. Spätestens aber in den Supermärkten ist wieder ein überregionales Sortiment zu finden.

Und was war sonst noch?

Nach diesem kleinen Ausflug in die Infrastruktur noch mal zurück zur Landschaft selbst. Wer es nicht ganz so ruhig mag, sollte mal den Ort Pujols im Nordosten der Insel ins Auga fassen. Dies soll der einzige Ort sein, wo einige Hotels, sowie Clubs und Bars zu finden sind. In diesem Urlaub haben wir diesen Ort nicht besucht. Ebenso wenig, wie den kompletten Südosten der Insel bis runter nach Pilar de la Mola, dem höchsten Punkt der Insel. Ohne zu viel zu versprechen, werden wir dies aber im nächsten Urlaub auf der Insel nachholen. Im Norden findet man weiterhin zwei Salzseen, aus den früher Salz gewonnen wurde. Der größere heißt Estany Pudent und der kleinere Estany des Peix. Den größeren zu Umrunden ist schon ein ordentlicher Spaziergang. Allerdings führen die gut 7km teilweise über Straße. Man sollte auch gut gegen Stechfliegen geschützt sein. Bei einer Laufrunden am frühen Morgen bin ich den Moskitos zwar entgangen, aber nachmittags hätte ich das nicht gemacht. Wir hatten auch nicht richtig viel Zeit den Ort La Savina zu erkunden, der sich rund um dem Hafen erstreckt. Hier spielt sich aber in erster Linie der geschäftliche Teil der Insel ab. Viel Handel und viele Autoverleihe sind hier zu finden. Auf der Straße nach Sant Francesc findet man dann noch ein lang gestrecktes Gewerbegebiet. Wie gesagt, den Rest der Insel, insbesondere den Südwesten, werden wir sicher beim nächsten Besuch auf der Insel erkunden.

Unsere Unterkunft war ein tolles Haus, das etwas abseites lag, sofern das auf dieser kleinen Insel überhaupt wirklich möglich ist. Wir konnten die Zeit als Familie wirklich Formentera 2014genießen und trotzdem hatte jeder seine Rückzugsmöglichkeit. Bei dem herrlichen Wetter saßen wir zu den Mahlzeiten meist auf der Terrasse. In der Küche verpflegten wir uns selbst und stellten uns schnell auf das Kochen mit Gas um – eine neue Erfahrung für mich. Durch die viele Bewegung am Tag haben wir ziemlich viel gekocht und trotz Eroski auf ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst und Fisch geachtet. Nach ein paar vorsichtigen Selbstversuchen habe ich sogar das Wasser direkt aus dem Wasserhahn abgefüllt. Auf Mallorca hätte ich das gar nicht erst versucht.

Nochmal oder eher Nie wieder?

Grundsätzlich hat die Insel einen entspannten und entspannenden Eindruck hinterlassen. Wenn man sich ein wenig auf den Flair der Insel einlässt und nicht ständig auf der Suche nach dem nächsten Unterhaltungsevent ist, dann kann man hier einen sehr schönen und authentischen Urlaub mit mediterranem Flair machen. Aus dem zuvor Geschriebenen kann man eventuell schon erkennen, dass das nicht der letzte Besuch war. Für dieses Mal ist es aber alles, was ich über Formentera sagen kann.

Im zweiten Teil geht es mehr um die läuferischen Möglichkeiten, die ich auf der Insel gesehen habe.

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