Herner Martini Citylauf 2014 – kurz und schmerzlos

2014 Martinilauf HerneWie sehr das auf den Blogpost und das Rennen zutrifft! Auch wenn der Lauf nicht so ganz in meinen Trainingsplan passt, wollte ich den Lauf mitmachen. In meiner Stadt und da mein Sohn sowieso dabei sein würde, meldete ich mich aus organisatorischen Gründen für den Jedermann-Lauf über 3,2km an. Und dann lief es von Anfang an gut! [B]

Einzige Ausnahme war das Parkhaus, welches wegen des anstehenden Abrisses jetzt schon gesperrt war. Rund um die Herne Fußgängerzone sind die Parkplätze leider nicht so zahlreich vorhanden, als dass man dort jederzeit einen Platz kriegen könnte. Es ging dann aber doch schneller als geplant.

Vor dem Lauf

Das Wetter meinte es mit durchweg sonnigen 12° sehr gut mit den StarterInnen. Im Nachhinein hätte man auch Kurz-Kurz laufen können. Ich ärgerte mich sogar, dass ich mal wieder nicht meine Sonnenbrille dabei hatte. Da es aber zwischen den Häusern durch ging, war das noch nicht ganz so tragisch. Mein Sohn startete direkt im ersten Lauf um 10:00 Uhr über eine Runde a 1600m. Ich war um 10:40 Uhr dran. Ich nahm mir für dieses kurze Rennen sogar die Zeit für ein WarmUp von 15 Minuten. Hier gab es keine 1-2km um sich warm zu laufen, so wie man es bei Läufen ab 10km gerne macht.

Als das Rennen vor meinem Start lief, konnte ich noch kurz mit Jan Chill vom HTT11 sprechen. Er hatte sich ein sportliche Zeit vorgenommen und wollte sogar anschließend noch über 10km starten. So weit bin ich noch nicht, dass ich gleich über zwei Distanzen starte. Auch wenn diese ja nicht so megalang sind. Jedenfalls ein netter Smalltalk.

Der Lauf

Dann ging es mit geschätzten 80 TeilnehmerInnen in den Startblock. In der Ergebnisliste waren dann 99 Ergebnisse. Aus der Erfahrung der letzten Rennen und der Einsicht in die Ergebnislisten der letzten Läufe hier, stellt ich mich ganz dreist in die zweite Reihe. Ich wollte einmal wirklich gut weg kommen, auch auf die Gefahr hin, von vielen überholt zu werden.

B. Koch via halloherne.de

B. Koch via halloherne.de

(c) Björn Koch via halloherne.de

„Auf die Plätze … Bang!“ Na gut, dann eben ohne „Fertig“. Mental hatte ich mich schon darauf eingestellt, dass ich nicht lange Zeit hatte, in mein Tempo zu finden. Das hatte ich vorher in den Trainings geübt. Da muss der Kopf drauf eingestellt sein. Darum auch das Aufwärmen. Wie gesagt, passte das Wetter, wie die Faust aufs Auge: ein herrlicher Herbsttag (im November). Mir ist die Strecke mittlerweile so vertraut, dass ich weiß, wann der Anstieg in der Runde kommt, den viele LäuferInnen unterschätzen. Viele angestrebte und verkündete Zielzeiten scheitern genau an diesen Steigungen. Beim 10km-Lauf sind nämlich sechs Runden zu laufen und damit auch sechs mal dieser Anstieg. Spätestens nach der vierten Runde hört man hier viele TeilnehmerInnen fluchen. Das war bei meinen zwei Runden besser kalkulierbar. Zwei Mal kämpfen, damit das Tempo nicht so sehr abfällt – ich rechnete mir aus, dass das machbar ist.

Die ersten 400m musste ich mich trotzdem erstmal damit abfinden, dass ich das hohe Tempo halten muss. Teilweise musste ich mich allerdings etwas bremsen, da ich die aktuellen 3:50min/km nicht würde durchhalten können. Ich konnte bereits hier einige jüngere LäuferInnen überholen, was mich ein wenig irritierte. Da ich Wettkämpfe ausschließlich für meine persönlichen Ziele laufe, hab ich nicht darauf geachtet, wer noch vor oder hinter mir war. Lediglich den HTT11-Läufer behielt ich im Blick. Er lief in einem „sicheren“ Abstand vor mir und es sah auch nicht so aus, als wenn er vor hatte langsamer zu werden. Und dann kam der erste Anstieg. Irgendwie ist er dieses Jahr flacher geworden, als ich ihn in Erinnerung hatte. In der ersten Runde wollte ich hier nicht schon alle Energie verbrauchen und senkte das Tempo minimal. Oben angekommen, ging es mir hervorragend und als ich wieder auf die Bergabpassage der Bahnhofstraße einbog, konnte ich diese optimal nutzen, um das Tempo zu halten und mich trotzdem etwas zu erholen.

Es gab auch kein langes Überlegen, denn ruckzuck ging es auf die zweite Runde. Kurz hinter dem Start der zweiten Runde feuerte mich Thomas Küpers an, der über die 10km an den Start gehen wollte. Das tat gut! Ich habe ihn allerdings erst recht spät registriert und konnte nur noch so eben Grüßen, als ich schon fast vorbei war. Wo war der HTT11-Läufer? Immer noch gut sichtbar, alles klar! An der zweiten Ecke lag etwas Laub auf der Straße. Zum Glück war es nicht nass und man konnte es super überlaufen, auch bei dem hohen Tempo. Nach 3/4 der Strecke merkte ich zum ersten Mal, dass ich schneller lief, als bei meinen bisherigen Rennen. Die Beine erkundigten sich mal kurz, ob das so okay sei. „Jepp, einfach in diesem Tempo weiter, bitte!“

Der Anstieg machte mir keine Sorgen und ich nahm wieder nur minimal das Tempo raus. Wenn ihr so was vorhabt, trainiert bitte unbedingt lange Tempointervalle! Die sind in solchen Situationen so was von goldwert! Ich stellte mich zu diesem Zeitpunkt auf eine Zwei-Schritt-Atmung ein, mein Körper fragte aber: „Warum denn jetzt schon?“ Also nahm ich den Anstieg noch mit der Atmung alle drei Schritte, musste dann aber mit der üblichen kurzen Verzögerung bald die Atmung verkürzen, nachdem ich oben war. Das relativ wenige Publikum auf der Bahnhofstraße feuerte bei dem tollen Wetter alle LäuferInnen nochmal an und alle TeilnehmerInnen wussten ab hier, dass es jetzt nur noch knapp 500m sind.

Meinen „Zugläufer“ einzuholen, war nicht mehr drin, auch wenn es nur etwa 50m waren. Er wollte ebenso wenig das Tempo senken, wie ich. Also kramte ich alle Temporeserven raus und hielt die Pace konstant hoch. Das Ziel kam immer näher und mit einem mehr als zufriedenen Gefühl überquerte ich die Ziellinie. War das ein schöner schneller Lauf!

Im Ziel

Im Ziel fühlte ich mich natürlich erschöpft, aber sehr zufrieden. Mit Jan Chill und einigen LäuferInnen vom Verein meines Sohnes wechselte ich noch ein anerkennendes HighFive. Mir ist allerdings in diesem Jahr erst aufgefallen, dass im Zielbereich keine Getränke ausgegeben werden. Das muss aber noch geändert werden! Getränke gibts nur etwas abseits der Strecke, bei der Startnummernausgabe. Hier gibts ganz klar noch Verbesserungspotenzial! Dafür passte die DLV vermessene Strecke exakt und die Markierung sowie die Streckenposten waren vorbildlich.

Alles in Allem wieder ein schöner Lauf mit kleinem Startfeld, diesmal für mich über die Kurzdistanz von 3,2km. Für Schüler der Einstieg in die längeren Distanzen, für Laufanfänger eine Alternative zu den 5km und für ambitionierte Hobbyläufer eine willkommene Gelegenheit, mal richtig Gas zu geben. Das hieß für mich, diese Strecke mit einer durchschnittlichen Pace von 4:11min/km zu laufen. Hätte ich vor drei Jahren noch nicht für möglich gehalten. Jetzt rückt mein persönliches Ziel, die 3000m sub12 zu laufen immer näher. Da ich generell Spaß daran habe, unterschiedliche Events zu laufen, werde ich zukünftig auch mal andere Distanzen ausprobieren – allerdings eher die Kürzeren, als die Längeren!

 

Für die Akten: die gelaufene Zeit von 13:23 Minuten brachte Platz 2 in der AK und Platz 9 gesamt. Die GPS-Uhr war meine TomTom Cardio Multisport. Die Socken und die Hose mit Kompression kamen von CEP. Das Shirt kam genauso von Brooks, wie der Pure Connect 3.

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