Nix ohne Höhenmeter – Tirol 2015

2015_Tirol_000Dieses Jahr hat es uns im Sommer mal wieder nach Tirol verschlagen. Seit dem ersten Alpenurlaub in 2012 sind wir irgendwie Fans der Region geworden. In diesem Jahr sind wir weiter östlich von Innsbruck gelandet, im Gebiet Wildschönau. Was es hier zu sehen und zu erleben gab, könnt ihr hier lesen.

Bei der Anreise haben wir dieses Jahr wieder auf unsere bewährte Strategie der Über-Nach-Fahrt gesetzt. Wir hatten irgendwie etwas gegen die Idee, in einen der Megastaus Richtung Süden zu gelangen. Also fuhren wir in der Nacht zum Samstag gegen 1:00 Uhr los. Für diese unmenschliche Startzeit wurden wir mit freier Fahrt und angenehmen Temperaturen belohnt.

Wir hatten die Route vom Ruhrgebiet über Frankfurt und Nürnberg bis nach München gewählt. In München gab es auch keinen nennenswerten Stau. Wir hatten uns bewusst gegen die Ostumgehung entschieden, konnten aber in München entlang der Strecke nicht viel sehen. Kurz vor der Grenze schnell noch der obligatorische Stop, um eine Vignette zu kaufen. Die kostet nicht die Welt, wenn man aber ohne erwischt wird, kann das schnell unangenehm teuer werden. Und das Korrekt-Ins-Kenster-Kleben nicht vergessen!

Ankunft und erste Erkundungen – Tag 1

Wir sind dann in Mühltal/Wildschönau gegen 9:00 Uhr angekommen. Und das inklusive ca. 40 Minuten Pausen insgesamt. Auch wenn es wieder anstrengend war, die ganze Nacht durchzufahren, ist mir das lieber so. Es regnete ein wenig vor Ort, so dass wir nicht sofort eine Erkundungstour machen konnten. Es regnete auch noch fast den ganzen Tag, aber jeder von uns hatte ein wenig Schlaf nachzuholen, so dass wir die Zeit erst mal so nutzen.

[Alle Bilder können für eine größere Ansicht angeklickt werden!]

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Am Nachmittag hatte der Regen dann ein Einsehen und bot uns etwas Zeit für einen Spaziergang. In Mühltal gibt es nicht so ganz viele Einwohner und auch nicht so wirklich viele Gäste, besonders im Sommer. Aber das stört uns nicht. Dadurch ist es ruhig und entspannt.

Durch das von den 500-1000 Meter hohen Gipfeln gesäumte Tal (Mühltal etwa 900m üNN und die Gipfel zwischen 1400-1900m üNN) fließt die Wildschönauer Ache. Ein flacher breiter Bach oder schmaler Fluß, allerdings ziemlich reißend, gerade wenn es geregnet hat. Dieser fließt durch die Kundler Klamm, welche ich später noch für ein schönes Läufchen nutzen wollte. Nicht ohne Grund hatte ich mir die Salming Trail T1 eingepackt. In dieser Umgebung sollten sie zeigen, wie wandelbar sie sind und auf unterschiedliche Untergründe reagieren.

Am Nachmittag sind wir dann noch bis nach Wörgl gefahren, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Wörgl ist eine größere Stadt und hier findet sich für den Stadtmenschen alles an Artikeln des täglichen Badarfs. Sowie auch einige bekannte große Discounter. In den Ortschaften auf dem Weg (Oberau, Niederau) ist das nur bedingt der Fall. Da hapert es aber auch schon oft an Apotheken. Nur Tankstellen gibt es anscheinend genug.

Da das Wetter am späten Nachmittag recht gut wurde, hatte meine Frau die Idee, ein kleines Läufchen zu wagen. Ich war nicht abgeneigt und stimmte gerne zu. Es war zwar noch bedeckt, aber recht mild. Ich warnte meine Frau, dass hier Nichts ohne Höhenmeter zu machen ist und egal in welche Richtung wir laufen, würde es keine Strecke auf einem gleichhohen Niveau geben. Ihr war es egal. Jetzt noch!

Wir liefen zuerst Richtung Fluß, um an ihm entlang zu laufen. Ich nahm an, dass der Weg dort nur wellig verlief, aber nicht steil. Das war auch so und wir kamen die ersten zwei Kilometer locker voran – es ging überwiegend bergab. Allerdings überraschte uns dann ein Gewitter vom Feinsten. Wir kamen in einen Regen, so wie ich ihn beim Laufen noch nicht erlebt hatte. Zum Glück war das Gewitter nie so nah, dass ich mir wirklich Gedanken machen musste. Klitschnass kamen wir in der Ferienwohnung an. Den Abend haben wir noch mit Ruhe angehen lassen.

Höchster Gipfel – Tag 2

Am zweiten Tag war das Wetter noch nicht so gut, dass man hätte ins Freibad gehen können. Daher haben wir uns dazu entschieden einen Gipfel mit einer Seilbahn zu erklimmen. In Alpbach, etwa 50 Minuten mit dem Auto entfernt, gibt es den Wiederkegelskopf mit der Bergstation auf 1850m Seehöhe. Von dort aus muss man zufuß weiter bis auf 2147m bis zum Gipfelkreuz.

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Zur Gemeinde Wildschönau gehört die Wildschönau Card (Sommer), die automatisch an die Kurtaxe gekoppelt ist. Auf dieser sind einige Aktionen kostenlos (z. B. beliebig oft bestimmte Gondelbahnen zu benutzen und das Freibad in Niederau). Andere Aktionen sind vergünstigt. Für die Region ist die Karte goldwert. Die ganzen Leistungen für den Sommer findet ihr unter dem o.a. Link.

Unsere Vermieterin besaß ein paar Kühe, die im Sommer auf der Alm waren und einen Bienenstock. Die Milch und den Honig verkaufte sie. Wir haben sowohl zwei Liter Rohmilch, als auch ein Glas Honig gekauft. Die Milch war köstlich und der Honig war so aromatisch, dass man meinte, er wäre mit Fenchel oder anderen Kräutern versetzt. Aber beides war unverfälscht, wie uns die Vermieterin versicherte. Rohmlich darf als solche nur direkt auf dem Hof des Erzeugers verkauft werden (Ausnahme: Schweiz). Solche Milch hatte ich bisher noch nie getrunken. Sie war aber köstlich und die zwei Liter hielten sich eine ganze Woche im Kühlschrank – dann war die Milch auch aufgebraucht.

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Innsbruck und wieder ein Gipfel – Tag 3

Am Montag war dann shoppen in Innsbruck angesagt. Die Damen der Familie wollten unbedingt in den Sillpark. Leider war er nicht mit dem Centro in Oberhausen vergleichbar, aber jeder der wollte, hat etwas gefunden. Anschließend wollte ich eigentlich noch die Altstadt besichtigen. Durch das Shoppen, hatte ich aber keine Lust mehr. Also ging es wieder zurück nach Mühltal.

Auf dem Rückweg sind wir auf den letzten Drücker in Reith (in Alpbach) noch schnell mit der Reitherkogelbahn gefahren. Mit einer der letzten Gondeln hoch und mit der definitiv letzten Gondel zurück. Danach blieb die Bahn einfach stehen. Betriebsschluss. Glück gehabt.

2015_Tirol_012An der Bergstation stand dieser überdimensionale Bilderrahmen. Ich musste mich natürlich für einen Schnappschuß reinstellen.

In Wörgl haben wir dann noch mal einen Einkauf gemacht und Lebensmittel in rauhen Mengen ins Auto geladen. Was fünf Personen so vertilgen ist manchmal echt verwunderlich.

Erster Lauftest

Langsam konnte ich meinen Drang zum Laufen aber nicht mehr unterdrücken – wollte ich auch nicht. Da mir bewusst war, dass ich wegen der dünneren Luft nicht genauso würde laufen können, wie gewohnt, beschloss ich, zunächst einfach ein Stück die Straße in Richtung Auffach zu laufen. So in etwa 30 Minuten hin und dann wieder zurück. Ich hatte im Gefühl, dass ich auf dem ersten Stück eher einen Anstieg laufen würde. Zurück würde es dann aber wohl einfacher. Unterm Strich wurde es ein klasse erster Lauf mit etwa 220m Anstieg auf 5,3km (Hinweg). Ich war so motiviert, dass ich gar nicht mitbekam, dass ich eigentlich viel zu schnell lief. Ich fühlte mich aber gut und genoß einfach die Strecke und die Landschaft um mich herum.

Es war recht drückend, so dass ich mir am Wendepunkt eine kurze Pause gönnte. Etwas trinken und kurz verschnaufen. Der Schweiß lief schon jetzt in Strömen. Auf dem Rückweg ließ ich das Tempo einfach passieren. Später sah ich, dass dieses leichte Gefälle dafür sorgte, dass ich im Schnitt eine Minute schneller auf dem Kilometer war, als auf dem Hinweg. Es fühlte sich auch schnell an. Atmung und Puls waren im oberen grünen Bereich.

Am Färberwirt fuhr ich das Tempo runter und lief im Trab den Anstieg zur Pension hoch. Die Sonne stand schon recht tief und die Landschaft zeigte sich in einem schönen Abendlicht. Ein gelungener erster Lauf in dieser Umgebung.

Schatzbergbahn und Freibad – Tag 4

Auf den Schatzberg war ich besonders gespannt. Er ist zwar nicht der höchste Gipfel in Wildschönau, aber auf seiner Gipfelregion kann man gut wandern. Für mich stellte sich auch die Frage, ob man hier eventuell einen Rundlauf machen kann. Die Talstation befindet sich in Auffach, das etwa 5-10 Autominuten von unserer Ferienwohnung entfernt liegt. Die Bahn fährt etwa 17-20 Minuten bis zur Bergstation.

Von hier aus kann man mehrere Rund- bzw. Panoramawege gehen. Wir sind zu einer kleinen Tour bis zu einem Speichersee aufgebrochen. Da der Rundweg recht kurz, dafür aber streckenweise sehr steil war (sowohl hoch, als auch runter), entschied ich, hier keinen Rundlauf zu machen. Allerdings würde mich ein Downhill reizen. 900 Höhenmeter auf knapp 8km. Hört sich klasse an. Mal sehen.

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Der Nachmittag gehörte dann dem kühlen Nass. Der Eintritt für das nahegelegene Freibad in Niederau ist in der Wildschönau Card (s.o.) inbegriffen. Ein kleines, aber ordentliches und schön gelegenes Bad. Zwei Becken (ein Schwimmer und ein Nichtschwimmer mit Spaßrutsche) und eine großzügige Liegewiese. Nichts Weltbewegendes, aber bei der Wärme eine angenehme Abkühlung.

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Am Abend entschied sich dann, dass ich den Schatzberg mit meiner Frau laufen werde. Und zwar wollen wir mit der Bergbahn hinauffahren und dann diesen lockeren Downhill-Lauf machen. Die 900Hm traute ich mir nicht im Anstieg zu. Wie sich herausstellen sollte, eine sehr gute Entscheidung.

Schatzberg-Downhill und Salvenaland – Tag 5

Schatzberg-Downhill

So wie geplant, machten wir uns um 10:00 auf den Weg zum Schatzberg. Schon auf dem Parkplatz und auf dem Weg zu den Gondeln wurden wir von den traditionellen Wanderern wie Außerirdische angesehen. Nicht, dass ich mich über Wanderer lustig mache. Es gibt einige alte Herrschaften, denen ich vollen Respekt zollen muss. Auf welchen Pfaden die noch unterwegs waren, ist aller Achtung wert. Aber irgendwie passten wir nicht zu deren Outfit. Egal, ab in die Gondel!

Ich hatte abends in der OSM Hike&Bike Karte auf gpsies.org zwar geprüft, ob es genügend Wege hinab gibt, aber weder die Distanz noch die Höhenmeter geprüft. Einen echten Plan hatte ich mir nicht zurecht gelegt, da die Wege hier sehr gut ausgeschildert sind, wenn man ungefähr weiß, wo man hin will. So auch mit dem Weg vom Gipfel bis nach Auffach. An jeder Weggabelung stand ein Schild. Ich rechnete mit einem Lauf von ca. 60 Minuten. An der Bergstation wurde die Dauer dieser Strecke für Wanderer mit drei Stunden angegeben. Wir hatten es nicht eilig.

Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Befestigte Wege durch Wiesen gingen über in einen holprigen Singletrail bis zur Mittelstation. Zu Beginn des Abschnitts gibt es fast gar keine Bäume, dafür kräftig duftende Wiesen. Das folgende kurze Stück Singletrail hatte es in sich. Starkes Gefälle gepaart mit unendlich vielen Wurzeln. Spitzkehren und kurze Stücke, die man besser mit einem kleinen Sprung überwindet. Wer hier Angst hat umzuknicken, sollte diesen Abschnitt besser gehen oder einen Umweg suchen. Der Singletrail führte durch einen kleinen Wald. Für dieses erste Stück von der Bergstation bis zur Mittelstation brauchten wir etwa 30 Minuten und es entsprach auch etwa der halben Strecke, laut Wanderempfehlung.

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Ab hier folgten wir einem langen Stück Straße, dass aber mitten durch den Wald führte, der immer wieder ein schönes Panorama freigab. Da ich nichts zu trinken dabei hatte, trank ich einfach aus einer Tränke, die man hier an vielen Häusern findet. Diese sind nicht mehr wie früher einmal für Tiere gedacht, sondern gepflegt und frei zugänglich für Wanderer.

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Etwa im letzten Viertel der Strecke ging es noch mal in den Wald. Auch wenn wir dem ausgeschilderten Weg folgten, haben wir die Bergbahn, welche ich zur Orientierung nutzen wollte, etwas aus den Augen verloren. Hier entdeckt wir sie wieder. Im Wald wechselte dann der normale Waldweg auf die MTB Downhill-Strecke. Für meine Frau eine äußerst ungewohnte Strecke, aber für mich eine riesige Portion Spaß. Als wir die Gondelbahn das nächste Mal kreuzten konnten man die Talstation schon sehr gut sehen. Schade, da es gerade so richtig Spaß machte.

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Die MTB-Strecke ging am Ortsrand von Auffach wieder in Straße über und es waren keine fünf Minuten bis zum Parkplatz. Ich glaube, so unterschiedliche Abschnitte auf so einer kurzen Strecke hatte meine Frau noch nicht erlebt. Es war sehr spaßig und dadurch, dass wir bergab gelaufen sind, war die Strecke auch für meine Frau gut zu laufen.

Fazit des Laufs: ca. 905 Höhenmeter auf einer Strecke von 7,8km und knapp 55 Minuten riesigen Spaß. Wenn man in der Region ist, sollte man diese Strecke unbedingt ausprobieren.

Salvenaland Hopfgarten

Am Nachmittag sind wir der Empfehlung unserer Vermieterin gefolgt und fuhren zu einem anderen Schwimmbad. Dieses liegt im Nachbartal im Ort Hopfgarten und nennt sich Salvenaland. Hier gibt es zwei herkömmliche Schwimmbecken (Schwimmer, Nichtschwimmer) und einen großen Badesee. Die Schwimmbecken hatten angenehme Temperaturen. Der Badesee hatte den typischen Badeseecharakter: ein Stück weit war das Wasser angenehm warm und dann kam wieder eine Welle mit kühlem Wasser. Erfrischend war es auf jeden Fall. Wir hielten uns hier ein paar Stunden auf fuhren wieder zurück, als wir gar waren.

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Markbachjoch Bahn und Kundler Klamm – Tag 6

Eine der vier Bahnen, die man mit der Wildschönau Card kostenfrei fahren konnte, stand noch aus: die Markbachjoch Bahn in Niederau. Die Besonderheit hier ist, dass man vom Gipfel aus viele andere Gipfel erreichen kann und wieder einen Speichersee, an dem sich auch ein Skulpturenpark befindet. Diesen wollten wir an diesem Tag besuchen.

Die Strecke bis zum See sollte von der Bergstation aus etwa 30 Minuten dauern. Auf dem Hinweg freuten wir uns über das Gefälle, hatten aber nicht im Blick, dass wir ja auch wieder herauf mussten. Nachdem wir uns eine Zeit am See aufgehalten hatten, gingen wir zurück. Allerdings hatten wir zwei Probleme: in etwa 45 Minuten fuhr die letzte Bahn vor der Mittagspause, es war mittlerweile fast 30° und es ging brutal bergauf. Ich glaube die erste Wiese direkt am See bildete einen Winkel von 40-45°.

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Speichersee mit Skulturenpark

Wir mussten mehrere Pausen machen um diese knapp 300 Meter zu überwinden. Danach ging es fast den ganzen Rest weiter bergauf, aber nicht mehr ganz so steil. Die Zeit wurde immer knapper, aber wir schafften es fünf Minuten vor der Pause an den Bergstation zu sein. Ansonsten hätten wir eine Stunde warten müssen, bis die nächste Bahn wieder fuhr.

Am Abend wollten wir in die lokale Brauerei des Dorfes, die Wirtshausbrauerei Wildschönau. Doch ich hatte auch den Lauf durch die Kundler Klamm auf diesen Tag vorgezogen. Also habe ich diesen für den Nachmittag eingeplant.

Mühltaler und Kundler Klamm

Die Strecke, die ich laufen wollte, setzt sich eigentlich aus der Mühltaler Klamm und der Kundler Klamm zusammen. Die Mühltaler Klamm beginnt in Mühltal und führt entlang der Wildschönauer Ache, einem kleinen Fluß. Die Mühltaler Klamm ist eher eine vom Wald geprägte Strecke. Ein nahezu kontinuierliches Gefälle führt durch die Uferwiesen der Ache, vorbei an einzelnen Pensionen und einem Wasserkraftwerk. Sie endet mit dem Wendepunkt der Bummelbahnstrecke, welche von Mühltal dort hinführt.

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Das ist etwa auf der halben Strecke nach Kundl. Hier wechselt sie in die Kundler Klamm (der Link führt euch zu mehr Informationen). Diese ist da schon um einiges imposanter. Es handelt sich um eine Strecke durch eine Schlucht. Die Steilwände ragen 50 und mehr Meter in die Höhe. Das ist so ein beeindruckender Anblick, dass ich gar nicht merkte, wie adrenalingeladen ich über die Strecke raste. In den Ohren immer das kraftvolle Rauschen der Ache, die teilweise durch kurze Stromschnellen führt und manchmal direkt einen paar Meter fällt. Das macht sich auch in der Strecke bemerktbar. Es geht teilweise krass bergab. Ich habe kein so gutes Gefühl, wenn ich bedenke, dass ich hier wieder hoch muss. Der tiefste Punkt am Start war etwa bei 780m und im Ziel 570m. Das sind knapp 200 Höhenmeter auf 6,5 km. Allerdings nicht gleichmäßig, wie mir die TomTom hinterher verriet. Durch das wellige Profil kamen am Ende knapp 890m Anstieg zustande.

Zunächst lief ich aber immer weiter in dieser grandiosen Schlucht. Die Umgebung war ein wenig surreal, da es für mich eine ganz neue Erfahrung war. Straße, Stadt, Wald, Querfeldein und Strand waren keine Neuheit für mich. Aber erst dieser tolle Downhill-Lauf im Alpenambiente und dann diese Schlucht. Bleibende Eindrücke.

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Kurz vor dem Ende der Strecke laufe ich noch am Gasthaus Kundler Klamm vorbei. Es schaut etwas fehl am Platz aus, aber es sind doch einige Gäste auf der Terrasse. Ich laufe vorbei und rechne hinter der langgezogenen Kurve mit der Brücke, die den Wendepunkt für mich bedeutet. Ich schiebe den Gedanken zur Seite, dass ich doch mit einem ziemlichen Gefälle hierher gelangt bin. Nach etwa 35 Minuten habe ich die 6,5km geschafft. Ich habe aber einige Male angehalten um die Natur mit meiner Digitalkamera festzuhalten.

Ich verschnaufte, trank etwas und aß einen Fruchriegel. Ich beobachtete, wie eine Gruppe von Kindern und zwei Gruppenleitern eines örtlichen Sportvereins seitlich der Brücke zum Flußbett liefen. Dort liefen sie ein Stück entlang und gingen dann mit den Füßen ins flache und ruhige Wasser. Ich beobachtete das ein paar Minuten und machte mich dann auf den Rückweg.

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Hätte ich mal auf dem Hinweg nicht so viel Gas gegeben. Dann könnte ich jetzt lockerer laufen. Jetzt registrierte ich die Anstiege doppelt so stark und ich musste, nicht nur wegen dem Wetter, Gehpausen einlegen. Zu dem hatten es einige Pferdebremsen auf mich abgesehen. Sie kreisten sofort um meinen Kopf, sobald ich stehen blieb. Daher fielen meine Gehpausen eher kurz aus. Wenn ich lief, hatte ich einigermaßen Ruhe. Sobald ich ging, fingen sie sofort wieder an, eine günstige Stelle auf meiner Haut zu suchen. Mistviecher!

Als ich endlich die Hälfte des Rückweges hinter mir hatte, keimte noch mal so etwas wie neue Motivation auf. Der Weg wechselte wieder zu Asphalt, was aber nicht hieß, dass die Strecke weniger wellig wurde. Die Salming Trail1 konnten nach knapp 10km zeigen, ob sie vielseitig genug waren, nach der unebenen Oberfläche, noch bequem genug zu für den Asphalt zu sein. Und das waren sie.

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Kurz bevor ich wieder an der Pension ankam, kam ich an einer Tränke vorbei und beschloss, den Lauf hier zu beenden. Ich machte eine Pause und hielt meine Kopf unter das kalte Wasser, so dass mein Hinterkopf und Nacken abkühlen konnte. War das eine Wohltat bei diesem warmen Wetter!

Die restlichen 500m ging ich größtenteils, da mich mein Kreislauf bei dem bevorstehenden Anstieg ausgelacht hätte und mein Puls durch die Decke geschossen wäre. An der Wohnung empfing mich meine Familie und ich freute mich riesig auf die Dusche.

Hausgebrautes Bier

Am Abend ging es dann in die Wirtshausbrauerei Wildschönau. Wenn wir schon nicht die großen Restaurantgänger sind, wollten wir zumindest mal das hausgebraute Bier probieren. Ich hatte die Absicht, eine der drei Sorten für meinen Vater als Geschenk mitzubringen. Als absolute Bierkenner, die wir absolut nicht sind, entschieden wir uns für das Mühltaler Helle. Leider gab es aktuell eine Knappheit an Bieren, so dass wir leider kein Bier mitnehmen konnten. Schade, denn ich denke, mein Vater hätte sich wirklich gefreut. Im Gegensatz zu mir ist er nämlich ein ziemlicher Bierkenner.

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Noch mal Schatzberg und Salvenaland, letzter Abend – Tag 7

Am Morgen des letzten Tages fuhren wir noch mal auf den Schatzberg, da meine Frau auf der Strecke, die wir herunter gelaufen sind ein paar Zweige zur Dekoration für zuhause sammeln wollte. Wir fuhren bis zur Bergstation und wanderten dann bis zur Mittelstation. Genug Zeit eine Menge Zweige zu sammeln. Der Tag war schon morgens ziemlich heiß und wir waren froh, als wir wieder in der Pension waren.

Zur Belohnung für diesen anstrengenden Wandertrip fuhren wir alle gemeinsam noch mal ins Salvenaland. Wir hatten dort eine Menge Spaß und schlossen den Urlaub mit einer entspannten Badezeit ab.

Am Abend packten wir dann die Taschen und bereiteten uns geistig auf die Rückfahrt vor. Wir hatten vor, nicht in der Nacht loszufahren, sondern erst am Morgen. Eine schöne, spannende und abwechslungsreiche Woche ging zuende. Mit der Wohnung hatten wir es gut getroffen und fühlten uns die ganzen Tage über wohl. Die Vermieterin war nett und hatte immer einen Tipp, wenn wir eine Frage hatten.

Rückfahrt – Tag 8

Über die Rückfahrt gibt es nicht viel zu sagen. Wieder kein Stau und nur wenig langsamer Verkehr auf den Autobahnen. Wir kamen echt zügig voran. Dafür war es der heißeste Tag des Jahres bisher. Ich glaubte dem Thermometer nicht, als es mir wirklich weis machen wollte, es wären draußen 38°. Bei der ersten Rast merkten wir aber dass es real war. Da wir mit der Klimaanlage den Inneraum des Wagens angenehm temperiert hielten, traf uns das schwüle Wetter umso mehr.

Nach gut acht Stunden kamen wir wieder im Ruhrgebeat an. Alles war noch da und wir freuten uns auf unsere vier Wände. So schön der Urlaub auch ist, freuen wir uns immer wieder zuhause zu sein – und uns auf den nächsten Urlaub zu freuen!

Fazit

Ich denke, man konnte spüren, dass uns der Urlaub in der Wildschönau in Tirol sehr gut gefallen hat. Wir machen auch gerne Urlaub am Mittelmeer, aber die Alpen bieten eine tolle Abwechslung. Das Panorama, die Luft und die ganze Umgebung sind so 100% anders und haben ihre ganz besonderen Reize. Da wir nur selten in die gleiche Pension fahren, hält jeder Urlaub auch immer seine kleinen Überraschungen bereit. Und bisher waren diese nur in einer Ausnahme nicht so wirklich gut.

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Wir werden auf jeden Fall in der Zukunft wieder die Alpen besuchen. So viel steht fest!

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