Run&Rock 2014 – ohne Halde, aber heiß

Run'n'Rock 2014 by runHerneZum Run&Rock 2014 hatte ich mich direkt nach dem Lauf 2013 wieder angemeldet. 2013 war es ein toller Lauf mit klasse Stimmung im Nordsternpark in Gelsenkirchen. Eine eher überschaubare Veranstaltung mit einem Starterfeld von 450-500 TeilnehmerInnen bei den Hauptläufen über 5 und 10 Kilometern. Aber gerade diese familiäre Atmosphäre gefällt mir so gut. So sollte es auch dieses Jahr wieder werden. Die Wettervorhersage war gut und mit der kleinen Streckenänderung konnte ich leben.

Vor dem Lauf

Der Rock’n’Run in Gelsenkirchen ist ein Spendenlauf, bei dem ein Teil des Startgeldes zu Gunsten der Aktion One Small Seed geht.

Run'n'Rock 2014 by runHerneDa ich eine lose Verabredung mit ein paar bekannten LäuferInnen aus dem Speed Of Light Umfeld hatte, nahm ich mir vor, zeitig nach Gelsenkirchen zu fahren. Klappte auch alles und ich stand schon gegen 10:30 Uhr im Parkhaus, gegenüber dem Vivawest Gebäude. Bei den humanen Preisen (0,50 EURO je angefangene Stunden) konnte ich dem „Schattenparken“ nicht widerstehen. Die Sonne hatte nämlich entgegen dem Wetterbericht der letzten Tage einen Zahn zugelegt. Irgendwie sind 27° dann doch mehr als angekündigte 21°. Also erstmal parken und dann umziehen – soll heißen: andere Schuhe an und die Startnummer festmachen. Den Rest hatte ich schon zuhause angezogen.

Run'n'Rock 2014 by runHerneAls ich mich in Richtung Startbereich bewegte hatte ich den Eindruck, es wären gefühlt weniger StarterInnen als im letzten Jahr. Die Statistik zeigte später, dass anstatt 555 (Finisher 2013) nur 475 (Finisher 2014) Teilnehmer (=Finisher) gezählt wurden. Schade eigentlich, da der Lauf landschaftlich schön ist und der 10er auch ohne Halde okay war. Man hatte zumindest auf der ersten 5km-Runde Zeit, sich mit dem Streckenprofil vertraut zu machen. Und die Zuschauer konnten die „10er“ auch zwei mal sehen. Hoffentlich steigt die Zahl 2015 wieder.

Run'n'Rock 2014 by runHerneIn dem Bereich, in dem sich die Zuschauer aufhalten konnten um etwas zu essen und zu trinken, spielte, wie im letzten Jahr, eine Live-Band. Die Sitzplätze waren mäßig besetzt, was mich bei dem schönen Wetter etwas wunderte. Im Startbereich traf ich erst auf drei (Hobby-)Läuferinnen vom TV Wanne 1885, bei dem mein Sohn trainiert. Sie hatten sich für die 5km angemeldet und waren guter Dinge. Ich unterhielt mich kurz mit ihnen und hatte während dessen schon die kleine Gruppe der Speed Of Light (SOL) LäuferInnen erspäht. Dahin ging ich als Nächstes.

Run'n'Rock 2014 by runHerneObwohl ich nur hin und wieder bei Veranstaltungen mit den SOL Leuten zusammentreffe, hat die Aktion uns doch zu einer besonderen Gruppe gemacht. Man begrüßt sich und unterhält sich nett über dies und jenes. Unter LäuferInnen fällt das ja auch nicht sehr schwer. Das Gespräch war recht entspannt und es wurde, typisch für diese Gruppe, nicht über Zeiten und Ziele geredet. Darüber können sich andere Unterhalten. Jeder von uns hat sich aber ganz bestimmt für sich selbst ein kleines Ziel gesetzt. Das Wetter wollte da aber noch ein Wörtchen mitreden. Dazu später mehr.

Obwohl es frische Brisen gab, merkte ich, dass die Temperaturen und die Sonne es ein wenig zu gut meinten. Im Normalfall plane ich für einen 10er keinen Getränkepunkt ein. Diesmal fragte ich jedoch sofort bei der Rennleitung nach, wo denn der Verpflegungspunkt auf dem 10er sein würde, nur um auf „Nummer sicher“ zu gehen. Die Strecke wurde ja schließlich in zwei 5km-Runden geändert. Nach meiner Anfrage wurde offiziell per Ansage bekanntgegeben, dass die Getränke kurz nach dem Start der zweiten Runde zu finden sein werden. Und diesmal wollte ich hier notfalls sogar 10sec für eine Gehpause opfern. Trinken im Laufen will gelernt sein.

Noch wenige Minuten bis zum Start. Da der Startbereich recht klein ist, haben sich hier in Windes Eile schon die meisten anderen LäuferInnen einsortiert, bevor ich dort ankomme. Da die Zeitmessung aber brutto ist, d.h. die persönliche Zeit zählt erst, wenn man über die Startelektronik läuft, ist das egal. Ich versuche erst gar nicht, mich weiter nach vorne zu drängeln. Dann kommt der Countdown: 3 … 2 … 1 … und los geht’s.

„Und ich lauf …“

… ruft uns Joachim Witt über die Lautsprecher zu und schickt uns auf die Strecke. Gleich am Anfang geht es ein paar Meter eine kleine Steigung rauf. Hier sind wir damals bei Speed Of Light auch eingelaufen, genau diesen Weg entlang und dann rüber über die Brücke. Diesmal geht’s aber rüber über die Emscher und rechts ‚rum, zum Rhein-Herne-Kanal. Die Laufrichtung ist entgegengesetzt zu der aus dem letzten Jahr. Wir bleiben also erst auf der nördlichen Seite des Rhein-Herne-Kanals und legen hier einen guten Kilometer zurück. Die erste Hälfte leicht ansteigend und dann bergab, bis zur Brücke am Kanal. Ich schaue recht häufig auf meine Forerunner, der mir meinen Pace anzeigt. Ich möchte das Rennen nicht zu schnell beginnen, so dass mir am Ende die Ausdauer fehlt. Ich laufe etwas schneller als 4:30min/km, was in Ordnung ist.

Wir überqueren den Kanal. Hinter der Brücke geht es in eine Rechtswende und dann relativ steil runter, um auf den Rad- und Wanderweg am Kanal zu kommen. Ab hier läuft die Strecke meist eben, Tendenz steigend. Man kann das Amphitheater von hier aus klasse sehen. Zunächst läuft man einige hundert Meter im Schatten. Dann verläuft die Strecke aber ohne Schutz vor der Sonne und die Hitze scheint zu stehen. Kommt überhaupt noch Sauerstoff in die Lungen? Ein kurzer Anstieg und man befindet sich auf der Brücke, von der aus man wieder auf die andere Seite des Kanals kommt. Von hier aus läuft man auf direktem Weg in den ehemaligen BuGa (Bundesgartenschau 1997) Garten. Hinter der Emscher machen wir aber zunächst einen Richtungswechsel nach links und laufen dann in einem Bogen auf die Brücke zu, die uns später auf die Zielgerade bringt. Um auf die Brücke zu kommen ist aber noch eine knackige Steigung zu erklimmen. Das kostet wieder einiges an Kraft, also kleine Schritte und Tempo lieber etwas drosseln. Okay, oben!

Nordsternpark GE 2013Mit einer minimalen Steigung geht es auf den „Abgebrannten Kühlturm“ zu. Eine letzte Kurve nach links und die 5km-LäuferInnen können sich schon mal auf das Ziel freuen. Nur noch knapp 200m leicht bergab ins Ziel, dann haben sie es geschafft. Ich kontrolliere meine Zeit für die erste Runde. Mir fällt auf, dass die Zeit von 20min 50sec in meinem aktuellen Durchschnittstempo nicht zu den 5km passt, schaue aber nicht genau auf die Uhr. Das knapp 600m fehlen könnten, kommt mir nicht in den Sinn.

Das Thema Trinken beim Laufen hatte ich oben schon kurz erwähnt. Nicht umsonst habe ich eine Trinkflasche mit auslaufsicherem Stutzen. Die wollte ich aber nicht mitnehmen. Waren ja nur 10km und eigentlich nicht so warm angekündigt. Wie geplant versuchte ich den Inhalt eines Bechers Wasser so weit es ging zu trinken. Ich wollte aber nicht gehen, da ich so gut im Fluß war. Ich denke, etwa ein Drittel schaffte ich tatsächlich zu trinken, ein weiteres Drittel verteilte sich an meinem Kinn und lief am Hals herunter. Bei den Temperaturen eher von Vorteil. Den Rest warf ich weg. Das üben wir irgendwie noch mal oder einfach die Flasche mitnehmen.

In der zweiten Runde lichtete sich das Feld. Es waren jetzt ja auch nur noch die 10er LäuferInnen auf der Piste. Allerdings wurde es nicht kühler, ganz im Gegenteil. Immer mehr Wolken verzogen sich und auf den Abschnitten ohne Schatten wurde es mollig warm. Richtig aufdrehen und einen „negative split“ zu laufen war zu Gunsten eines kontrollierten Pulses nicht drin. Also versuchte ich nur auf den Schattenstrecken ein wenig mehr Fahrt aufzunehmen. Was am Ende auch ganz gut klappte. Hier und da konnte ich erfolgreich überholen, ohne übermäßig Tempo machen zu müssen. Die kurzen Anstiege auf den letzten zwei bis drei Kilometern kosteten vielen LäuferInnen Kraft und Tempo. Ohne feste Absicht konnte ich an diesen vorbeiziehen. Irgendwo auf diesem Abschnitt überholte ich eine Läuferin, die das wohl persönlich nahm. Eher im Spaß, aber sie nahm es wohl als Motivation sich zunächst an mich zu hängen.

Als wir über die Kanalbrücke liefen, fiel mit Detlef (SOL Läufer) auf, der ein Stück ging und dann wieder lief. Ich erkundigte mich kurz, ob alles in Ordnung sei und nach seinem Okay konzentrierte ich mich wieder auf die letzten 1,5km. Später stellte sich raus, dass er kurz mit Seitenstichen kämpfte. Es lief dann aber wieder rund.

Run'n'Rock 2014 by fotobalance.comIch hatte zwar das Gefühl, langsamer zu werden, aber irgendwie wurde der Abstand zu den vor mir Laufenden nicht kleiner. Eigenartig, aber beruhigend. Am letzten harten Anstieg vor der Brücke im Park nahm ich noch mal das Tempo raus und verkürzte die Schritte. Der Puls war jetzt deutlich höher, als üblich. Endlich oben auf der Brücke wollte ich für den letzten halben Kilometer nochmal Fahrt aufnehmen und wirklich alles raus lassen. Ich war zum Teil froh, dass es gleich vorbei war, auf der anderen Seite fühlte ich mich noch gut genug, um so was wie einen Schlußsprint zu versuchen. Ab dem „abgebrannten Kühlturm“ ging es dann zusätzlich noch leicht bergab ins Ziel. Mit einem Pace von 3:55min/km wollte ich endlich zum Verpflegungspunkt im Zielbereich. (Danke an fotobalance.com für das tolle Bild)

Run'n'Rock 2014 by runHerneUnd jetzt kam wieder die Dame ins Spiel, die ich zuvor überholt hatte. Ich hörte hinter mir, wie jemand auf den letzten 60m zum Überholen ansetzte. Unwillkürlich zog ich das Tempo noch mal an. Ihr Pech war wohl, dass wir kurz vor dem Zielbogen eine 90°-Kurve laufen mussten und ich sicher nicht nach außen ausweichen wollte. Beim Überqueren der Ziellinie war sie links neben und einen halben Schritt hinter mir. Ich denke, wir haben uns gut ins Ziel gepuscht. Danke für den schönen Schlußsprint an ‚Unbekannt‘!

Nach dem Lauf

Da ich sehr weit hinten im Feld startete, hatte ich gegenüber den meisten LäuferInnen im vorderen Feld gut 10-20 Sekunden aufholen müssen. Diese kamen mir jetzt zu Gute. In genau 41 Minuten hatte ich die 8,73km (laut FR305) geschafft. Ich ging auf den Getränkestand zu, wo ich Sascha von den SOL Läufern traf. Wir unterhielten uns kurz und waren uns einige, dass das Fehlen der Halde heute vollkommen okay war. Er hatte mämlich vorher noch gesagt, er wäre nur wegen der Halde zu diesem Lauf gekommen. Ich holte mir noch etwas Obst und trank mindestens noch drei Becher, wahlweise Isogetränk und Wasser. Ich wartete noch kurz im Zielbereich, bevor ich mich auf machte zum Parkhaus. Ich wechselte kurz das Shirt, zog andere Schuhe an und machte mich auf den kurzen Heimweg.

Es war ein „heißer“ Lauf, aber es war wieder toll und ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Dann aber wieder mit Halde und gerne mit 5-10 Grad weniger Temperatur. Es ist auch immer wieder schön ein paar bekannte Gesichter zu sehen: Virtualitätsverlust pur!

Für die Statistik: gelaufen bin ich mit einem Multifunktionstuch der Spendenaktion aus 2013, der 720armour Dart Sonnenbrille, dem Brooks Infiniti Shirt, der CEP Shorts und Socks 2.0 und den Brooks Pure Connect 2.0. Die FR305 war wieder dabei sowie mein SafeSportID Armband, für alle Fälle.

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